Diskussion um das Rauchverbot bei Anne Will

Die sonntägliche Runde bei Anne Will nahm sich diesmal dem „Thema Rauchen, Saufen, Fressen - was verbietet der Staat als Nächstes?“ an. Zu Gast waren: Renate Künast (ehemalige Bundesministerin für Verbraucherschutz und Ernährung der Grünen), Karl Lauterbach (SPD-Gesundheitsexperte), Wolfgang Kubicki (FDP), Max Tidof (Schauspieler), Birgit Netzle-Piechotka (Münchner Gastwirtin), Horst Keiser (Nichtraucher-Initiative Wiesbaden) und auf dem Sofa Bernd Gothe vom Mönchengladbacher Karnevalsverein.

Um es vorweg zu nehmen: Neue Erkenntnisse konnte der geneigte Zuschauer auch nach der immerhin einstündigen Diskussion, die so dahin plätscherte, nicht gewinnen. Doch ehrlich gesagt hatte zumindest ich das auch nicht erwartet. Alleine schon wegen der Themenauswahl, die man diesmal getroffen hatte. Denn seien wir ehrlich: Wirklich viele neue Verbote aus den Bereichen „Rauchen, Saufen und Fressen“ sind in den letzten Jahren nicht hinzukommen. Da fällt im ersten Moment eigentlich nur das Rauchverbot in der Gastronomie ein, welches jetzt nach und nach in allen Bundesländern eingeführt wird. Und selbst dort gibt es – je nach Bundesland – weiterhin etliche Ausnahmen, die das Rauchen gestatten. Schließlich wird nicht überall das verhältnismäßig strikte, und von Vielen sicherlich begrüßte, Gesetz aus Bayern angewendet.

Und wenn ein Max Tidof als bekennender Raucher dann nicht mehr auswärts Essen gehen will, dann ist das sein gutes Recht, aber Ändern wird dies vermutlich auch nichts. Zumal ich mir nicht vorstellen kann, dass die Gastronomie wirklich solche Gewinneinbußen hinnehmen muss, weil plötzlich alle Raucher fern bleiben, so wie es die Gastwirtin Birgit Netzle-Piechotka glaubhaft machen wollte. Schon einmal darüber nachgedacht, dass nun vielleicht verstärkt Nichtraucher die Gastronomie aufsuchen, die diese früher aufgrund des Tabakrauches gemieden haben!?

Ebenfalls leicht übertrieben wirkt allerdings auch die Klage gegen Altkanzler Helmut Schmidt, weil er unerlaubterweise in einem Hamburger Theater geraucht hatte. Initiiert wurde diese Klage von ebenjener Nichtraucher-Initiative Wiesbaden, die Horst Keiser in der Sendung vertreten hat. Allerdings hielt wohl auch die Staatsanwaltschaft dieses Anliegen für so irrelevant, dass es gar nicht weiterverfolgt wird.

Mit Renate Künast und Karl Lauterbach hatte man sich wenigstens noch zwei Gäste eingeladen, die ein letztes bisschen Sachlichkeit in die Diskussion einbrachten, womit diese leider nicht mehr zu retten war. Schade, aber vorauszusehen bei einem Thema, welches eigentlich gar keines war, denn die viel besagten Verbote gibt es gar nicht!




Eingetragen: 05.02.2008

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